
Professor Karl Karst (*1956) studierte Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften in Köln und schrieb bis Mitte der 1980er Jahre für das Feuilleton der F.A.Z., den Kölner Stadt-Anzeiger und epd-Medien sowie für die Kulturprogramme der ARD.
1985 erhielt er seine erste Redakteursstelle in der Hörspielabteilung des Bayerischen Rundfunks. Von 1999 an war er 20 Jahre lang Programmchef der Kulturwelle WDR 3, die unter seiner Leitung zu einem landesbezogenen aktuellen Kulturradio wurde. Im Jahr 2000 schuf er die „WDR 3 Kulturpartnerschaften“, ein Modell der gegenseitigen Unterstützung von Landes-Kultureinrichtungen, das sukzessive von nahezu allen Kulturradios der ARD übernommen und adaptiert wurde. Zu seinen Programmneuerungen gehörte auch die Einführung fester Programmschienen wie der täglichen Konzertstrecke am Abend, die ebenfalls von fast allen ARD-Kulturprogrammen übernommen wurde.
Zu seinen bundesweit kulturpolitisch beachteten Programmprojekten gehört das „Kulturpolitische Forum WDR 3“, das seit 2003 öffentliche kulturpolitische Debatten veranstaltet und über WDR 3 sowie als Podcast ausgestrahlt wurde.
Ab 1991 unterrichtete er an den Universitäten Leipzig und Siegen zu Themen des Hörens, des Rundfunks und der Medienkunst. 2001 wurde er zum Honorarprofessor für Medienwissenschaft der Universität Siegen ernannt.
Im Rahmen seines Engagements für das Hören gründete Prof. Karst drei Institutionen: 1996 den Projektkreis SCHULE DES HÖRENS, 2003 den Verband INITIATIVE HÖREN und 2011 die STIFTUNG HÖREN. Er ist der Erfinder von AUDITORIX und OLLI OHRWURM, den in Deutschland bekanntesten Figuren medienpädagogischer Projekte zum Thema Hören für Kindergärten und Grundschulen.
Aktuell vertritt er die ARD im Deutschen Kulturrat und ist seit 2019 Sprecher des Deutschen Medienrats.